Blinden-Informations-Technik-Eignungstests (BITE)

Pressemeldung 20.02.1996 Eröffnungsveranstaltung

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Computerhilfen für Blinde und Sehbehinderte im Test

Der Computer ist für Blinde und Sehbehinderte ein Schlüssel zur beruflichen und gesellschaftlichen Integration. Mit Braillezeile, Großbildschirm und Sprachausgabe erschließen sich auch dem Sehgeschädigten alle computerlesbaren Informationen mit Ausnahme der Grafik. So gehört heute ein Computer zur Standardausstattung am Blindenarbeitsplatz, und auch für den privaten Gebrauch werden neuerdings computerunterstützte Lesesysteme bewilligt.

Die Auswahl der geeigneten Hilfsmittel ist allerdings zu einer Wissenschaft für sich geworden. Die große Produktvielfalt, der rasche technische Wandel, begrenzte Einsatzbereiche und Kompatibilitätsprobleme mit der Standard-EDV machen das Marktangebot unübersichtlich. Die Hersteller bieten in der Regel eine Testinstallation vor Ort an, doch eine Vergleichsbasis ist hierdurch für den einzelnen blinden Anwender noch nicht gegeben. Auch die spezialisierten Beratungsstellen der Kostenträger und der Berufsförderungswerke haben Mühe, stets einen aktuellen und differenzierten Marktüberblick bereitzuhalten.

Ein Hamburger Projekt zum Hilfsmitteltest soll jetzt bundesweit die Arbeit der Hilfsmittelberatung unterstützen. Das Modellvorhaben "BITE - Blinden-InformationsTechnik-Eignungstests" führt in den Jahren 1996 bis 1998 Gebrauchstauglichkeitsprüfungen an Computerhilfen für Blinde und Sehbehinderte durch. Träger sind die Hamburger Firmen BIT GmbH und DIAS GmbH, die ihre Erfahrung in der Hilfsmittelberatung und -bewertung und in der Arbeitsplatzgestaltung für Behinderte in das gemeinsame Projekt einbringen. Mitwirken wird ein Anwendergremium aus Praxisexperten, u.a. der FIT Fachausschuß für Informationstechnik der deutschen Blindenverbände. Das Modellvorhaben wird finanziert vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung sowie von dem Hamburger Landesamt für Rehabilitation, Hauptfürsorgestelle.

Getestet werden die zentralen Produktgruppen zur Computernutzung für Blinde und Sehbehinderte: Braillezeilen, Großschriftsysteme, Sprachausgaben, Windows-Anpassungen, Texterkennungssysteme und Bildschirmlesegeräte. Für diese Produktgruppen werden Testverfahren entwickelt und standardisierte Tests unter Beteiligung sehgeschädigter Anwender durchgeführt. Beurteilt wird in erster Linie die Eignung der Geräte für verschiedene Arbeitsplatzanforderungen. Neben den Grundvoraussetzungen der Gebrauchstauglichkeit, wie Sicherheit und aufgabengerechte Funktionalität, stehen vor allem ergonomische Kriterien im Vordergrund. Einfache Bedienbarkeit, kurze Reaktionszeiten und Fehlertoleranz sind Anforderungen, die Blindenhilfsmittel ebenso wie jede andere Hard- und Software erfüllen sollen.

Die Tests werden dazu beitragen, daß das Marktangebot an Computerhilfen für Blinde und Sehbehinderte durchschaubarer wird. Die Hilfsmittel werden erstmals einem praxisgerechten, objektiven Vergleich unterzogen. So können Fehlanschaffungen vermieden werden, die bisher ein nicht unerhebliches, aber meist verschwiegenes Ärgernis an Blindenarbeitsplätzen darstellten. Nicht zuletzt tragen die Tests dazu bei, daß die Hilfsmittel besser werden, denn sie geben auch den Herstellern einen Beurteilungsmaßstab für die Qualität ihrer Produkte an die Hand.

Erste getestete Produktgruppen sind Braillezeilen und Windows-Anpassungen. Die Ergebnisse werden ab Herbst 1996 veröffentlicht. Auch die Datenbank REHADAT wird die Testergebnisse übernehmen.


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Stand: Januar 1997