Blinden-Informations- Technik-Eignungstests (BITE)

Pressemeldung 31.5.96 / Eröffnungsveranstaltung


Am 31. Mai 1996 fand im Modell- und Schulungszentrum der Hauptfürsorgestelle Hamburg die Eröffnungsveranstaltung des auf drei Jahre angelegten Pilotprojektes BITE statt. Das Modellvorhaben BITE hat das Ziel, Computerhilfen für Blinde und Sehbehinderte zu testen und vergleichend zu bewerten. Träger des Projektes sind die Hamburger Firmen BIT GmbH und DIAS GmbH. Das Modellvorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und der Hauptfürsorgestelle Hamburg gefördert.

Zu der Eröffnungsveranstaltung eingeladen war neben der interessierten Öffentlichkeit und den Herstellern von EDV-Hilfsmitteln für Blinde und Sehbehinderte das Anwendergremium, in dem Experten aus der Praxis versammelt sind wie z.B. der FIT Fachausschuß für Informationstechnik der deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbände.

Die Projektleiterin Frau Bornemann-Jeske stellte das Projekt vor. Getestet werden sollen die zentralen Produktgruppen zur Computernutzung für Blinde und Sehbehinderte. So stehen Vergleichstests von Windows-Anpassungen, Braillezeilen, Sprachausgaben, Texterkennungssystemen, Großschriftsystemen und Bildschirmlesegeräten auf dem Programm. Die Testergebnisse sollen Betroffene und technische Berater der Kostenträger und Berufsförderungswerke bei der Hilfsmittelberatung und -auswahl unterstützen. Die Grundlage für die Bewertung der Produkte wird gelegt durch die Entwicklung von Anforderungskriterien, die gemeinsam mit dem Anwendergremium ausgearbeitet werden. Dabei werden Qualitätsmerkmale von Produkten festgelegt und bezogen auf spezifische Arbeitsanforderungen gewichtet. Die Anforderungskriterien erlauben es, Tests jederzeit zu wiederholen, wenn die technische Entwicklung dies erfordert.

Der Leiter der Hauptfürsorgestelle Hamburg Herr Dr. Ritz unterstrich den richtigen Ansatz, von den gegenwärtigen und zukünftigen Bedürfnissen und Anforderungen der Nutzer am Arbeitsplatz auszugehen. Insbesondere Tätigkeiten als qualifizierte SachbearbeiterInnen würden in der Zukunft ein wichtiges Arbeitsfeld für Blinde und Sehbehinderte sein. Dabei sei eine angepaßte EDV-Ausstattung ein unbedingtes Muß. Der Schwerpunkt des Projektes müsse demzufolge auf der Zielgruppe der fortgeschrittenen Nutzer liegen. Er erhoffe sich von dem Projekt, Ergebnisse zu erhalten, die zu optimalen Qualifizierungsmaßnahmen und optimalen individuellen Anpassungen im EDV-Bereich beitragen können.

Die Hersteller zeigten sich für das Modellvorhaben sehr aufgeschlossen. Sie wären an der Zufriedenheit ihrer Kunden sowie an der Weiterentwicklung ihrer Produkte sehr interessiert und seien gerne bereit, Testgeräte zur Verfügung zu stellen und sich an der weiteren Diskussion im Rahmen des Vorhabens zu beteiligen.

Der Vorsitzende des FIT Fachausschusses für Informationstechnik der deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbände Herr Warnke äußerte die Hoffnung, daß eine Verlängerung des Pilotprojektes nach drei Jahren genehmigt würde, um fortlaufend Tests zu wiederholen und damit der technischen Entwicklung gerecht zu werden.

Herr Istanbuli sicherte als Vertreter von der Datenbank REHADAT zu, die Ergebnisse im Rahmen von Rehadat in jeglicher sinnvollen Form zu veröffentlichen und dadurch zu einem Gelingen des Projektes beizutragen.

Die Teilnehmer der Informationsveranstaltung wünschten, Veranstaltungen wie diese zu wiederholen, um regelmäßig über den Stand des Projektes informiert zu sein und eigene Vorstellungen einbringen zu können. Diesem Wunsch wurde durch die Projektleitung entsprochen. Als Termin einer nächsten Veranstaltung wurde der Beginn der ersten Testphase genannt.


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Stand: Januar 1997