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Armont

ArMont steht für die "Ausgestaltung regionaler Mobilitätsdienstleistungen für Nahverkehr und Tourismus". Durch neue Mobilitätsdienstleistungen soll der Personennahverkehr auch außerhalb der Ballungsräume in ländlichen Regionen sowie kleineren und mittleren Städten aufgewertet werden. Elemente sind die Stärkung des klassischen Umweltverbundes aus ÖPNV, Fußgängern und Radfahrern, aber auch neue Formen des Gemeinschaftsverkehrs mit attraktiven und bedarfsgerechten Mobilitätsangeboten.

Der Focus von ArMont lag auf touristischen Angeboten, eine wichtige Zielvorgabe war die umfassende Einbeziehung des Gedankens der barrierefreien Mobilität. Als Modellregionen beteiligt waren die beiden Landkreise Cochem-Zell und Ahrweiler.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) förderte ArMont im Rahmen des Programms Programms "Personennahverkehr für die Region". Das Projekt lief über zweieinhalb Jahre, von September 2001 bis Februar 2004.

Partner im Projekt ArMont waren:

Aufgabe von DIAS

Aufgabe von DIAS war die Entwicklung von Instrumenten für die Erhebung und Aufbereitung von Daten für mobilitätsbeeinträchtigte Touristen.

Aus dem Newsletter 2 (Ausgabe Oktober 2002)des Projekts:

Worin liegen die Schwerpunkte Ihrer Arbeit im Rahmen von ArMont?

Das Arbeitspaket 5, in dem die DIAS GmbH zusammen mit der ISL e.V. tätig ist, zielt auf den umfassenden Einbezug mobilitätsbehinderter Menschen und die Entwicklung touristischer Angebote für diese Personengruppe. Grundlage hierfür bildet eine Analyse der derzeitigen Zugänglichkeit touristischer Angebote. Erst die Kenntnis der tatsächlichen Nutzbarkeit, des sogenannten Ist- Zustandes, ermöglicht eine Schwachstellenanalyse und gibt somit die Grundlage für die Entwicklung eines sinnvollen, weil umfassenden touristischen Angebots.

Die DIAS GmbH hat bereits Software, Schulungsund Beratungsangebote für die Erhebung der Zugänglichkeit von öffentlichen Gebäuden entwickelt. Mit der Software you-too Collection- Tool ist es schon jetzt möglich, jeden Gebäudetyp auf seine Benutzbarkeit für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Geh-, Seh- oder Hörbehinderung zu prüfen. Die Daten können anschließend problemlos im Internet veröffentlicht werden. Dort stehen sie dann auch unter www.you-too.net mehrsprachig zur Verfügung.

Für ArMont ergänzt die DIAS GmbH die vorhandenen Erhebungsinstrumente um Outdoor- Komponenten wie Rad- und Wanderwege und Haltestellen des Personennahverkehrs. Die Erweiterung der Software erfolgt nach umfangreichen Recherchen zum Informationsbedarf, Prototypenentwicklung und praktischer Überprüfung in Zusammenarbeit mit dem Partner ISL. In einem weiteren Arbeitsschritt werden die Daten so aufbereitet, dass sie mit den anderen Datenquellen in ArMont, z. B. den Fahrplanauskünften und den Geodaten, vernetzt sind.

Wo liegen aus Ihrer Sicht die speziellen Anforderungen an die Datenerhebung?

Die Datenerhebung ist eine auf technischer und inhaltlicher Ebene anspruchsvolle Aufgabe. Unzuverlässige Daten schaden dem Projekt und den Nutzern, z. B. wenn ein Rollstuhlfahrer mitten auf einem Weg umkehren muss, weil dieser doch steiler ist als angegeben oder jemand im Hotel nicht auf das gebuchte Zimmer kann, weil der Aufzug dorthin zu klein ist. Improvisieren ist in solchen Situationen meist schwer möglich. Diese Anforderungen an die technische Genauigkeit erfordern eine gute Ausbildung der Datenerheber, wie sie bei you-too auch vorgesehen ist.

Die inhaltlichen Anforderungen an eine Datenerhebung sind ebenfalls groß. Bevor auch nur ein Datenerheber tätig werden kann, sind zahlreiche Entscheidungen zu treffen:

  • Welche Strecken lohnen sich für eine genaue Erhebung?
  • Wo kann man einkehren?
  • Wo gibt es Sehenswürdigkeiten?
  • Welche Alternativrouten bieten sich an?
  • Wie ist der Verkehrsanschluss?

Dahinter stehen strategische Überlegungen, in welche Richtung man sein touristisches Angebot entwickeln will. Das betrifft nicht nur das Angebot für Menschen mit Behinderung, sondern die Stärken der touristischen Region insgesamt. Eine Datenerhebung hat also immer einen Vorlauf, der vor allem die Auswahl der zu vermessenden Angebote betrifft.

Welche Hilfsmittel (Instrumente) kommen bei der Datenerhebung zum Einsatz?

Die ersten Datenerhebungen werden mit klassischen Papierfragebögen und Vermessungsinstrumenten vorgenommen. Die Fragebögen geben vor, welche Merkmale für welche Einrichtungen zu erheben sind. Das sind bei Wegstrecken z. B. die Oberfläche, die Steigung, die Wegbreite, das Vorhandensein von Sitzgelegenheiten usw. Diese Merkmale sind entweder durch Augenschein oder durch Nachmessen zu erheben. Als Hilfsmittel steht den Datenerhebern ein Messfahrzeug zur Verfügung, das das Messen von Wegbreite, Steigung und Streckenlänge stark erleichtert. Aber auch einfache Instrumente wie Zollstock und Maßband kommen z. B. für Stufenhöhen und Sitztiefen zum Einsatz.

Nach der praktischen Erprobung werden die Papierfragebögen noch einmal überarbeitet und dann in die Software übertragen. Die Datenerheber können dann auch die Daten direkt in ein Laptop eingeben. Sie haben für das Projekt ArMont ein spezielles Messfahrzeug für den Outdoor-Bereich entwickelt.

Wie funktioniert dieses Gerät und welche Daten werden damit erfasst?

Das Messfahrzeug hat die DIAS GmbH entwickelt, um den Datenerhebern das laufende Messen von ständig gebrauchten Daten zu erleichtern. Da es ursprünglich nicht zu den Aufgaben im Projekt ArMont gehörte, handelt es sich noch um eine Machbarkeitsstudie. In seiner jetzigen Form befindet sich auf einer Plattform ein Meterzähler und ein digitales Messinstrument für Gefälle (zur Ermittlung des Längs- und Quergefälles).

Außerdem verfügt das Fahrzeug über Abstandshalter, mit deren Hilfe die lichte Höhe und Breite des Weges abgelesen werden können. In seiner derzeitigen Form schieben die Datenerheber das dreirädrige Fahrzeug vor sich her und tragen die Werte ein. Zukünftig wäre ein automatisiertes Verfahren, d.h. die direkte Verarbeitung der erfassten Daten von einem Auswertungstool denkbar.

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