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Eignung von Pkw-Kleinwagen für mobilitätseingeschränkte Personen

Foto: Testautos im Halbkreis aufgereiht Der Test:

Die Ergebnisse:


Warum dieser Test?

Der Sitz zu hoch, die Türöffnung zu schmal - schon müssen sich Autofahrer mit körperlichen Handicaps vom angepeilten Wunschauto verabschieden. Wir helfen bei der Suche nach Wagentypen, die auch mit eingeschränktem Bewegungsradius gut zu handhaben sind.
Heutzutage haben auch viele kleinere, günstigere Automodelle behindertenfreundliche Innenraumdimensionen und komfortable Extras. Das bewiesen im Jahr 2000 bereits 13 Klein- und Mittelklassewagen im Test - allerdings nicht mit durchweg zufrieden stellenden Ergebnissen (Stiftung-Warentest, Heft 12/2000). Jetzt prüften wir weitere zehn Autos - Klein- und Kompaktwagen, außerdem Minivans und als Kleinsten den Smart.

Das haben wir untersucht

Überprüft wurde, ob das Raumangebot, die Zugänglichkeit und die Bedienteile bereits in Serienfahrzeugen den Anforderungen von Rollstuhlfahrern, Menschen mit Arm- und Beineinschränkungen und Älteren entspricht. Insgesamt acht Betroffene dieser Gruppen testeten die Wagen mit Ausnahme von Gaspedal und Bremse, die eine individuelle Umrüstung erforderlich machen würden. Behindertenspezifische Umrüstungen wurden nicht geprüft, es gab keine Fahrversuche.

Die Praktische Prüfung

Es wurden die zentralen Anforderungen mobilitätseingeschränkter Personen für die aktive Fahrzeugnutzung geprüft. Die praktischen Versuche begleiteten Experten mit der Methode der teilnehmenden Beobachtung. In die Wertung kamen Türöffnen und -schließen: stehend oder in Rollstuhlposition, Ein- und Ausstieg: aus stehender oder Rollstuhlposition, Sitzen im Fahrzeug: Sitzeinstellung längs, Höhe, Neigung, Sitzen in bestmöglicher Position, Rollstuhl verladen: demontiert/gefaltet im Sitzbereich, Bedienteile: Erreichen und Betätigen von Gurt und Gurtschloss, Handbremse, Automatikhebel, Zündschloss, Blinker, Wischer, Warnblinkanlage, Lichtschalter (für innen/außen), Fensterheber, Lüftung/Heizung und von beiden Außenspiegeln.

Das Auswahlkriterium

Die Testwagen mussten über möglichst viele behindertenfreundliche Extras ab Werk verfügen. Mit Ausnahme der Vans (alle 5-türig) wurden nur Dreitürer in den Test einbezogen. Sie hatten sich bei der ersten Prüfung mit ihrer breiteren Türöffnung vor allem für Rollstuhlfahrer bewährt. In der Tabelle Ausstattungen sind die für behinderte und ältere Autofahrer nützlichen Extras aufgelistet. Das Automatikgetriebe sollte Basis jedes behindertengerechten Autos sein. Bei den geprüften Wagen war es allerdings meist nur gegen Aufpreis erhältlich.

Preisvergleiche lohnen: Manchmal sind Fahrzeuge mit umfangreicher Basisausstattung günstiger als der Zukauf von Sonderausstattungen für billigere, aber "abgemagerte" Standardmodelle.

Acht Fahrer in der Test-Crew

Unsere Testcrew bestand aus acht erfahrenen Autofahrern - allesamt mehr oder minder in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Die höchsten Anforderungen an Einstiegsmöglichkeit und Mitnahme ihres Rollis stellten die drei Rollstuhlfahrer an die Wagen. Für die zwei Tester mit massiven Einschränkungen im Arm und Beinbereich und die drei Senioren mit Verlusten von Muskelkraft und Beweglichkeit stand die Handhabung von Bedienteilen im Vordergrund.
Die Testwagen wurden insgesamt in 80 Einzelprüfungen geschickt: Wie klappen Ein- und Ausstieg? Sitzt es sich gut im Fahrzeug? Sind die Schalter, Knöpfe, Hebel leicht zu erreichen und zu bedienen? Kann der Rollstuhl ohne fremde Unterstützung ins Auto verladen werden? Das alles lief als "Trockenübung" ohne Fahrversuche ab. Für spezielle Behinderungen notwendige Umrüstungen und Einbauten wurden nicht getestet.


Probleme bei der Rollstuhlverladung

Die größten Probleme hatten die Rollstuhlfahrer mit den Testfahrzeugen, weil sie ihr Gefährt nur mit Mühe im Innenraum unterbringen konnten. Nach dem Übersetzen auf den Autositz muss der Rollstuhl vom Fahrersitz aus ins Innere bugsiert und verstaut werden - und das ist immerhin ein sperriges, bis zu 16 Kilo schweres Paket.

Je nach Kraft und Training gibt es verschiedene Verlademöglichkeiten. Wir haben die drei häufigsten mit verschiedenen Rollstühlen getestet: Der Rollstuhl wird auf dem Beifahrersitz verstaut, hinter die Vordersitze geschoben oder auf die Rückbank gelegt. Am besten kamen die Rollifahrer dabei mit dem Opel Astra klar, gefolgt vom Fiat Punto und Nissan Almera. Beim Rest war die Rollstuhlmitnahme nur "ausreichend" zu bewerkstelligen. In keinem der Vans passte der Stuhl hinter die Vordersitze. Wenig Platz bot auch der schmale Daihatsu, selbst auf dem Beifahrersitz. Beim Smart ging bei den Rollstuhlfahrern dann eindeutig der Daumen nach unten. Unsere Tester gaben dem Stadtflitzer die schlechtesten Noten im Test: "Schnucklig, aber für Behinderte nicht geeignet."

Toyota zweimal Spitze

Auch bei den Senioren und den durch Schlaganfall und Lähmung an Arm und Bein behinderten Prüfern landete der Smart auf dem letzten Platz - allerdings mit einem "befriedigenden" Ergebnis.

Auch beim Spitzenplatz waren sich beide Gruppen einig. Gemeinsamer Favorit ist der Minivan Toyota Yaris Verso. Insgesamt hatten die Senioren mit den Autos die geringsten Probleme. Allerdings gehören unsere Tester (die älteste Teilnehmerin war 79) eher zu den resolut rüstigen Vertretern ihrer Generation. Die Bedienteile gaben häufig allen drei Gruppen Grund zur Kritik. Bemängelt wurden zum Beispiel die Unterschiedlichkeit und Nichteindeutigkeit der einzelnen Knöpfe, Schalter und Hebel, die häufig verwirrende Armaturenanordnung und -beleuchtung ("unnötiger Firlefanz") und vor allem schwer zugängliche Hebel oder Räder zur Sitzverstellung, beispielweise im Suzuki Wagon.

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